Was einen guten Kunststand wirklich ausmacht – und warum es selten jemand sagt
Präsentation ist kein Beiwerk: sie ist Teil des Werkes
Es gibt Stände, an denen Menschen einfach stehen bleiben.
Nicht, weil dort etwas besonders bunt zugeht.
Sondern weil es sich angenehm anfühlt.
Ein Stand ist kein Möbelstück.
Er ist eine Bühne.
Und er erzählt — ob man will oder nicht.
Viele Kunstschaffende spüren das.
Sie stehen vor ihrem Stand und merken:
Es ist nicht falsch. Aber es ist noch nicht ganz ich.
Genau dort beginnt unsere Arbeit.
Ein guter Stand beginnt nicht auf dem Markt – sondern am Küchentisch
Wer Kunst macht, arbeitet oft intuitiv.
Die Hand weiß, was sie tut.
Der Blick findet die richtige Linie.
Das Material führt.
Doch diese Klarheit bei der Arbeit übersetzt sich nicht automatisch in einen Stand.
Ein Stand braucht Entscheidungen:
- Was zeige ich — und was lasse ich weg?
- Welche Stücke dürfen mit und erhalten genügend Platz zum Atmen?
- Welche Utensilien erzählen etwas über meine Arbeit?
- Welche Farben, Materialien, Höhen passen zu meiner Arbeit?
Das ist keine Dekoration. Das ist Teil des Ganzen.
Die Gestaltfibel: Wirkung entsteht aus Klarheit
Die Gestaltfibel ist über Jahre gewachsen.
Sie ist kein Regelwerk, sondern eine Sammlung aus Beobachtungen, Gesprächen und unzähligen Märkten, die sich immer wieder bestätigen.
Hier ein paar davon:
Ruhe vor Reiz
Ein Stand braucht Flächen, die nichts wollen.
Ohne Ruhe wirkt selbst das beste Werk unruhig.
Blickführung
Menschen folgen Linien.
Wer sie setzt, führt den Blick — und damit die Aufmerksamkeit.
Wiederholung
Drei ähnliche Stücke wirken stärker als zehn verschiedene.
Wiederholung schafft Vertrauen.
Höhenstaffelung
Ein Stand ohne Ebenen wirkt flach.
Höhen schaffen Tiefe — und Orientierung.
Materialehrlichkeit
Holz bleibt Holz.
Metall bleibt Metall.
Plastik nur, wenn es sein muss.
Materialien sprechen — und Menschen hören zu.
Diese Prinzipien sind keine Theorie.
Sie kommen aus Gesprächen, aus Beobachtungen, aus hunderten von Märkten.
Reife zeigen, ohne sich zu verbiegen
Reife bedeutet nicht Perfektion.
Reife bedeutet, dass der Stand das Gleiche erzählt wie die Kunst.
In der Gestaltfibel haben wir vier Fragen gesammelt, die dabei helfen:
- Wird mein eigener Stil sichtbar?
Oder wirkt mein Stand wie ein Sammelsurium guter Ideen? - Erzähle ich meine Geschichte, ohne erklären zu müssen?
Ein Stand, der verstanden wird, braucht keine langen Sätze. - Habe ich meinen Stand überladen?
Wenn alles wichtig ist, sieht man nichts. - Zeige ich meine Preise selbstbewusst genug?
Oder verstecke ich sie, weil ich Sorge habe, mich rechtfertigen zu müssen?
Diese Fragen sind kein Test.
Sie sind ein Spiegel.
Viele Kunstschaffende sagen danach:
„Jetzt sieht mein Stand so aus, wie sich meine Kunst anfühlt.“
Genau darum geht es.
Beispiele aus der Praxis
Ein guter Stand muss nicht aufdringlich sein.
Er muss nur zeigen, was ohnehin da ist.
Der Schmied
Er braucht keine Worte.
Die Funken erzählen alles.
Menschen bleiben stehen, weil sie sehen, wie etwas entsteht.
Der Filzkünstler
Wenn er mit Besucher:innen kleine Figuren formt, versteht jeder sofort, wie viel Geduld in seinen Werken steckt.
Der Stand wird zur Werkstatt — und genau das macht ihn stark.
Escape Frames
Ihre Figuren fallen aus dem Rahmen oder suchen die Flucht.
Der Stand der Künstlerin wirkt wie eine kleine Ausstellung: ruhig, klar, mit einem eigenen Rhythmus. Man bleibt stehen, weil man hineingezogen wird — nicht, weil man muss.
Workshops
Sie verwandeln einen Markt in einen Lernort. Menschen probieren etwas aus, spüren das Material, verstehen den Prozess — und kaufen später mit größerer Freude, weil sie wissen, was dahintersteckt.
Diese Beispiele zeigen:
Ein Stand wirkt, wenn er zeigt, wie jemand arbeitet — nicht, wenn er versucht, etwas zu sein.
Sichtbar werden – Künstler‑12von12, Lookbook & Interview
Reife zeigt sich am Stand.
Sichtbarkeit entsteht davor — und danach.
Viele Kunstschaffende arbeiten großartig, aber zeigen es nicht.
Nicht aus Absicht, sondern weil der Alltag dazwischenkommt:
Man macht, man schafft, man produziert.
Und vergisst dabei, wie wertvoll es ist, den eigenen Weg sichtbar zu machen.
Die Künstler‑12von12, das Lookbook, das Interview und die Gestaltfibel sind keine einzelnen Bausteine.
Sie gehören zusammen.
Sie bilden einen Prozess — von der inneren Klarheit zur äußeren Wirkung.
Künstler‑12von12 → Lookbook → Interview → Gestaltfibel → Marktpräsenz
Die Künstler‑12von12: sehen, was da ist
Die Künstler‑12von12 sind ein kleines Format mit großer Wirkung.
Zwölf Bilder, zwölf kurze Texte.
Ein Tag, der zeigt, wie jemand arbeitet,
ein Rundgang in der Galerie, der Werkstatt oder im Atelier oder
was immer der Tag hergibt.
Ein Anfang, der Klarheit schafft.
Das Lookbook: Der eigene Stil auf den Punkt gebracht
Das Lookbook ist eine Art Mini‑Katalog.
Kein Hochglanz, kein Übermaß — sondern eine klare Sammlung dessen, was jemanden ausmacht:
- Werkreihen
- Materialien
- Farben
- Formen
- kleine Geschichten
- ein Künstler-Statement
Es sortiert.
Es bündelt.
Es zeigt, was bleibt, wenn man alles Überflüssige weglässt.
Und es ist ein wunderbares Werkzeug für Website, Social Media und Gespräche mit Interessierten.
Das Interview: die eigene Stimme hörbar machen
Wenn das Lookbook steht, entsteht oft ein natürlicher nächster Schritt:
ein Gespräch zwischen Kuratorin und Kunstschaffenden.
Kein Fragebogen.
Kein Marketingtext.
Sondern ein echtes Gespräch über:
- den eigenen Weg
- die Arbeit
- die Werkstatt
- die kleinen Entscheidungen, die den Stil prägen
- und das, was man selbst oft gar nicht mehr sieht
Diese Interviews sind für viele ein Aha‑Moment:
„So habe ich meine Arbeit noch nie beschrieben.“
Und genau das macht sie so wertvoll.
Marktpräsenz - und warum sie jetzt funktioniert
Es ist Arbeit an der eigenen Präsentation — von Anfang an.
- Die 12von12 zeigen die Realität.
- Das Lookbook sortiert sie.
- Das Interview vertieft sie.
- Die Gestaltfibel übersetzt sie in den Raum.
- Die Marktpräsenz bringt alles zusammen.
Unsere Arbeit mit Künstler:innen ist keine Verwaltung. Sie ist ein Weg.
Wir möchten begleiten. Es geht um den Prozess.
Wir möchten beim Sortieren und Entwickeln helfen.
Und manchmal geht es auch um ein ehrliches Gespräch.
Was bleibt
Ein guter Stand ist kein Zufall.
Er ist das Ergebnis von Klarheit, Beobachtung und der Bereitschaft, die eigene Arbeit sichtbar zu machen — ohne sich zu verbiegen.
Und am Ende steht ein Satz, den wir immer wieder hören:
„Jetzt sieht mein Stand so aus, wie sich meine Kunst anfühlt.“
Mehr kann man nicht verlangen.




